Tagung „Dissonanzen. Unbequeme Potenziale, harmonische Widersprüche?“ (20.–21. Februar 2026)
9. Februar 2026, von Webmaster

Foto: Museum Villa Stuck
Wo Dissonanzen sind, entsteht Reibung. Sie erscheinen zunächst disparat oder sogar verstörend. Jedoch entfalten Dissonanzen bei genauerer Betrachtung in verschiedenen Bereichen ein kreatives Potenzial, das über eine Irritation hinausgeht. Sie generieren einen Mehrwert, der Innovation, Reflexion und Neubewertung ermöglicht.
In der Musik erzeugen Dissonanzen einen Missklang, können aber bewusst eingesetzt zur Harmonie hinführen. Zwischen Konsonanz und Dissonanz entsteht ein Spannungsfeld, das sich auch in anderen künstlerischen und wissenschaftlichen Feldern beobachten lässt. Denn Widersprüche und Brüche können Aussagen schärfen, indem sie Wahrnehmungsmuster irritieren und neue Perspektiven eröffnen. Dabei ist die Einordnung eines Phänomens als dissonant immer kulturell geprägt und historisch veränderlich.
Dissonanzen prägen nicht nur das individuelle Empfinden (kognitive Dissonanz), sondern auch gesellschaftliche Prozesse. Sie können das Verlangen nach harmonischer Auflösung wachrufen oder zu einem produktiven Austausch unterschiedlicher Positionen führen.
Besondere Potenziale liegen gerade dort, wo die Dissonanz bewusst kreiert oder aufrechterhalten wird. Statt eine Synthese anzustreben, kann es reizvoll sein, in der Spannung zu verharren und einen Moment des Oszillierens zu schaffen. Dies gilt gleichermaßen für die ästhetische Wahrnehmung.
Die Tagung wird den Potenzialen, aber auch Gefahren und Konflikten von Dissonanzen nachgehen. Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Dissonanzen wahrgenommen werden und Möglichkeitsräume entfaltet werden können? Welche sinnlich erfahrbaren Strategien führen zu dissonanten Eindrücken und inwiefern können sie für bestimmte Aussagen nutzbar gemacht werden?
Ort: Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg
Zeit: Freitag/Samstag, 20.–21. Februar 2026
Leitung: Laura-Maxine Kalbow, Sonja Kerkloh, Lisa Thumm
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