CALL FOR PAPERS (Un)moving? Kräfte frühneuzeitlicher Skulptur
2. Juni 2026, von Dr. Anke Napp

Foto: Imaginarien
DEADLINE: 31.07.2026
Die Universität Hamburg und die DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Imaginarien der Kraft“ laden zu
Einreichungen für die internationale Early Career Tagung
„(Un)Moving? Kräfte frühneuzeitlicher Skulptur“
Datum: 04. - 05.12.2026
Veranstaltungsort: Warburg-Haus Hamburg
Die Kunsttheorie der Frühen Neuzeit entwickelt den Topos der Lebendigkeit bzw. der Verlebendigung unter anderem im Kontext der Skulptur. Überlegungen Giorgio Vasaris oder Giovanni Paolo Lomazzos zur vivacità, prontezza oder zum moto werden entlang plastischer Kunstwerke ausgeführt. Wenn hierfür Vergleiche mit antiken Texten der Verwandlung – Pygmalions Skulptur wird lebendig, die fliehende Daphne erstarrt zu Lorbeer – herangezogen werden, zeugt dies ebenfalls von einer besonderen Lebendigkeit und den damit verbundenen Bewegungspotenzialen, die der Skulptur zuerkannt werden.
Frühneuzeitliche Bildhauer machen in ihren Kunstwerken die (Un)Beweglichkeit der Skulptur zum Thema, indem sie sich vom antiken Ideal des contrapposto lösen, die Figuren scheinbar und potenziell in Bewegung versetzen und damit deutlich machen, dass es sich um Bildwerke handelt, deren Wirkmacht nicht auf die Grundflächen des eigenen Sockels beschränkt sind. Diese Dynamiken der Skulptur erweitern sich sodann in den Aufstellungskontexten, wenn Objekte zueinander, mit der umgebenden Architektur oder den Betrachtenden in Beziehung gesetzt werden.
Gleichzeitig wirken äußere Kräfte auf die Skulptur ein: Sie ist geprägt von ihren kulturellen und politischen Gegebenheiten, wird gestürzt, zerstört oder eingeschmolzen, um in neue Formen gegossen zu werden. Die Skulptur zeigt sich daher trotz ihrer statischen Qualitäten und ihres Anspruchs auf Dauerhaftigkeit als ein fluides und bewegliches wie bewegendes Phänomen. Daraus ergeben sich Fragen danach, welche Kräfte die Wahrnehmung von Skulpturen beeinflussen, aber auch wie die Genese des Objekts selbst eng mit Krafteinwirkung verbunden ist. Welche Kräfte und Dynamiken werden bereits bewusst im Entstehungsprozess forciert und welche entwickeln sich erst durch ihre Rezeption? Welche Rolle spielen Material und Materialität in diesen Kontexten? Diesen von der Skulptur ausgehenden sowie ihren inhärenten Kräften wollen wir im Rahmen der Tagung nachgehen.
Ziel der Tagung ist es, Skulpturen auf ihre nicht nur gegenständlich sichtbaren Qualitäten hin zu befragen und sowohl einzelne Kunstwerke als auch umfangreichere Ensembles in ihren konkreten Aufstellungs-und Wahrnehmungskontexten zu untersuchen, um gemeinsam die Potenziale von Skulptur zu diskutieren. Wir begrüßen Beiträge insbesondere von Doktorand*innen, Postdoktorand*innen sowie Masterstudierenden in der Endphase ihres Studiums. Ebenfalls freuen wir uns über Beiträge aus benachbarten Disziplinen, beispielsweise aus der Kulturgeschichte, Literaturwissenschaft oder Medientheorie.
Bitte reichen Sie ein kurzes Abstract (max. 500 Wörter) für Vorträge von ca. 20 Minuten und kurze bio-bibliographische Angaben bis zum 31.07.2026 an svenja.hasche"AT"uni-hamburg.de und ivo.raband"AT"uni-hamburg.de ein. Abstracts können in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Ein passives Verständnis beider Sprachen wird vorausgesetzt. Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen!

